Eigenblutambulanz

Warum Eigenblut?
Jeder Mensch verträgt sein eigenes Blut. Erreger in fremden Blut können den Empfänger infizieren und - wenn auch extrem selten - zu Hepatitis B und C, sowie zur Immunschwäche AIDS führen. Fremdes Blut bewirkt oft die lebenslange Bildung von Abwehrstoffen gegen bestimmte Blutgruppen. Dies kann im Notfall Probleme bereiten. Nicht zuletzt scheint der Heilungsverlauf bei Patienten, die ihr eigenes Blut retransfundiert bekommen, unkomplizierter zu sein. Der Kontakt mit den Ärzten des Klinikums im Rahmen der Eigenblutspende schon vor der stationären Aufnahme schafft beim Patienten Vertrauen und baut Ängste ab.

Eigenblutprogramm:
Das Programm zur Vermeidung von Risiken durch Fremdblutgabe umfaßt:
  • Vor der Operation die Eigenblutspende in der Eigenblutambulanz
  • Während der Operation das Auffangen und Waschen des verlorenen Blutes
  • Nach der Operation das Sammeln und Waschen des Drainageblutes
Wie hoch ist das Infektionsrisiko bei der Transfusion von Fremdblut?
Das Klinikum führt jährlich etwa 5000 Transfusionen durch. Bei der heutigen Sicherheit der Blutkonserven würden im Klinikum alle 5 Jahre eine Hepatitis-B- oder C-Infektion und alle 100 Jahre eine AIDS-Erkrankung durch Transfusion entstehen.

Eigenblutambulanz:
Das Institut für Anästhesie und operative Intensivmedizin bietet seit 1988 für alle planbaren Eingriffe die Möglichkeit der Eigenblutspende an und stellt seitdem im Jahr etwa 1000 Eigenblutkonserven her. Die Eigenblutspenden werden in Blutkörperchen-Konzentrate und frisch gefrorenes Blutplasma aufgetrennt und sind sieben Wochen haltbar. Die Patienten werden vom Operateur oder vom Hausarzt angemeldet und bekommen von unserem Institut einen Termin zur ersten Eigenblutspende. Je nach Eingriff und körperlichem Zustand wird mehrmals (in der Regel dreimal) ein halber Liter Blut abgenommen. Alle Patienten erhalten einen Aufklärungs- und Fragebogen. Der Hausarzt sollte vor der ersten Spende ein kleines Blutbild mitgeben; wenn vorhanden auch die Werte Hbs-Antigen, Anti-HC und Anti HIV I/II.

Wer kann kein Eigenblut spenden?
  • Patienten, die chronsich schwer herzkrank sind oder in den letzten drei Monaten einen Herzinfarkt hatten
  • Patienten, die blutarm sind (Hämoglobin < 11,5 g/100ml)
  • Patienten, die zum Zeitpunkt der Spende oder wenige Tage vorher Krankheitserreger im Blut haben oder haben könnten - etwa bei Grippe, Durchfällen, Zahnextraktionen, Harnwegsinfektionen

Institut für Anästhesiologie u. Operative Intensivmedizin
Chefarzt: Priv. Doz. Dr. med. Christoph Knothe

Tel  +49 (0) 8031 365-35 01
Fax +49 (0) 8031 365-49 42

Eigenblutambulanz

Öffnungszeiten:
Montag, Mittwoch und Donnerstag von 13:30 - 14:00 Uhr
Anmeldung:
Tel +49 (0) 8031 365-35 01 /-35 02